Umwelt-Gutachten für Ostsee-Pipeline

Die Betreiber-Gesellschaft der Ostsee-Gaspipeline will noch in diesem Sommer die Umweltverträglichkeit des umstrittenen Projekts nachweisen. «Es werden alle sensiblen Punkte streng abgearbeitet werden, unter Beachtung strikter Transparenz», sagte der Leiter des Aktionärsausschusses des deutsch-russischen Betreiber- Konsortiums Nordstream, Altbundeskanzler Gerhard Schröder, in Brüssel.

Nordstream will 2008 mit dem Bau der 1200 Kilometer langen Pipeline beginnen. Von 2010 an soll russisches Erdgas durch den ersten Leitungsstrang der Trasse vom russischen Vyborg nach Lubmin bei Greifswald fließen. Der Bau soll rund fünf Milliarden Euro kosten. Die Jahreskapazität von 27,5 Milliarden Kubikmetern Erdgas soll durch einen zweiten Strang später verdoppelt werden.

Schröder war zu Gesprächen mit EU-Industriekommissar Günter Verheugen und Energiekommissar Andris Piebalgs in Brüssel. Es habe einen Meinungsaustausch gegeben, sagte ein Kommissionssprecher. Verheugen habe bestätigt, dass die Kommission den Bau der Gasleitung als «Priorität» betrachtet.

Das Projekt stößt auf Kritik von Umweltschützern und Ostsee- Anrainern, vor allem in Polen und Schweden. Die Regierung in Warschau befürchtet, künftig von russischen Energielieferungen ausgeschlossen zu sein. Schröder betonte, die Pipeline diene der Energieversorgung aller EU-Länder. Bis 2015 werde die EU 70 Prozent ihres Gasbedarfs importieren müssen, derzeit sei es die Hälfte. «Das ist mit der gegenwärtigen Infrastruktur nicht zu machen.» Die Bedenken Polens würden auf «Arbeitsebene» beraten. Erneut wies Schröder Bedenken zurück, die Abhängigkeit von Russland werde zu groß: «Es gibt keinen sichereren Lieferanten als Russland.»

Mehrheitseigner bei Nordstream ist der russische Gasmonopolist Gazprom, zu den weiteren Aktionären zählen die E.ON Ruhrgas AG und die BASF-Tochter Wintershall mit je gut 24,5 Prozent der Anteile. Im Gespräch ist auch eine Beteiligung der Europäischen Investitionsbank (EIB), die aber darüber wegen der Bedenken Polens, Schwedens und der baltischen Staaten noch nicht entscheiden will.

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