Umweltindex für Schiffe gestartet

Der sogenannte Environmental Ship Index (ESI) soll als internationaler Standard Schiffsemissionen vergleichbar machen. Damit können Schiffe zukünftig nach Umweltkriterien erfasst und bewertet werden. Die WPCI schafft so eine einfach zu handhabende und transparente Grundlage für Häfen und andere Interessierte, künftig Anreize für den Einsatz und Betrieb besonders umweltfreundlicher Schiffe zu setzen. Die Hamburg Port Authority will den Indexwert ab Sommer nächsten Jahres 2011 beim Hafengeld berücksichtigen. Ziel ist, einen Anreiz für Eigner und Reeder zu schaffen, in möglichst umweltfreundliche Antriebe und Treibstoffe zu investieren.

Ab Anfang 2011 können Schiffseigner und Reeder freiwillig und bis auf Weiteres kostenlos ihre Schiffe im Rahmen von ESI einstufen lassen. Voraussetzung ist, dass sie ihre Daten auf der Projekthomepage www.environmentalshipindex.org angeben. Aufgrund dieser Daten bekommen die Schiffe eine Zertifizierung, die dann als Grundlage für Anreize wie beispielsweise für ein umweltbezogenes Hafengeld genutzt werden kann. Demnach könnten Schiffe mit besonders niedrigen Emissionswerten weniger Hafengeld zahlen als solche, die die Umwelt stärker belasten. Über den Index lässt sich feststellen, welche Seeschiffe bessere Emissionswerte aufweisen, als beispielsweise die von der International Maritime Organisation (IMO) festgelegten Richtwerte für Stickstoff- und Schwefeloxide. Moderne Seeschiffe, die niedrigschwefelige Treibstoffe nutzen, erhalten eine entsprechend hohe ESI-Einstufung. ESI steht allen Hafenbetreibern und anderen Interessierten offen, die umweltbezogene Anreize für die Schifffahrt schaffen möchten.

Der ESI ist in den vergangenen zwei Jahren von den Häfen Le Havre, Antwerpen, Rotterdam, Amsterdam, Bremen und Hamburg unter dem Dach der WPCI gemeinsam entwickelt worden. Die Teilnahme an der Nutzung des ESI ist für die Häfen freiwillig. Die WPCI hofft, dass weltweit möglichst viele Häfen den ESI nutzen, um die Umweltverträglichkeit der Seeschiffahrt zu verbessern. Mehrere Häfen haben bereits angekündigt, den ESI als Grundlage eines stärker umweltbezogenen Hafengeldes einzusetzen.

Auch die Hamburg Port Authority plant, auf Grundlage des ESI eine Umweltkomponente beim Hafengeld einzuführen. Ab Anfang 2011 beginnt in Hamburg eine Test- und Beobachtungsphase. Ab Sommer 2011 soll dann ein umweltbezogenes Hafengeld eingeführt werden, um einen Anreiz für möglichst umweltfreundliche Schiffe zu schaffen.

Die Welthäfen-Klimainitiative, World Ports Climate Initiative (WPCI), eine Tochterorganisation des internationalen Dachverbandes der Hafenbehörden, International Association of Ports and Harbors (IAPH), führt einen Umweltindex für die Seeschifffahrt ein.

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