Umweltschäden durch "Napoli"

Etwa 600 Seevögel sind nach Schätzung von Umweltschützern durch Öl aus dem Leck geschlagenen Frachter «Napoli» vor der südenglischen Küste verendet. Hunderte andere hätten von freiwilligen Helfern gerettet werden können, teilte die Königliche Vogelschutzgesellschaft RSPB am Mittwoch mit. Das aus dem Motorraum der «Napoli» ausgetretene Öl habe das Gefieder von insgesamt mindestens 1000 Seevögeln verklebt.

Der mit 2400 Containern beladene Frachter war in der vergangenen Woche infolge des Orkans «Kyrill» manövrierunfähig geworden und drohte zu sinken. Die britische Küstenwache schleppte das Schiff daraufhin vor die Küste der Grafschaft Devon. Dort plünderten Tausende Strandräuber dutzende Container aus, die von Bord gerutscht und an den Strand gespült worden waren. Dies habe «die Umweltschäden am Strand um ein Vielfaches verschlimmert», sagte ein Polizeisprecher. Inzwischen sind die betroffene Strandabschnitte weitgehend abgeriegelt worden. Die Polizei verwies erneut darauf, dass niemand das Recht habe, geplünderte Waren aus den «Napoli»-Containern zu behalten, darunter waren Luxusmotorräder, teure Weine und Modeartikel.

Bergungstrupps sind dabei, aus dem Rumpf der gestrandeten «Napoli» tausende Tonnen Öl abzupumpen und mit kleineren Schiffen abzutransportieren. Dies werde mindestens noch sieben Tage dauern, hieß es bei der Küstenwache. Erst danach könne die Fracht des Schiffes geborgen werden.

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