Verhandlungen über Zahlung von U-Booten

Im Streit um die Bezahlung von U-Booten zwischen dem Industriekonzern ThyssenKrupp und dem griechischen Staat ist einem Pressebericht zufolge Bewegung gekommen. Seit kurzem liefen Verhandlungen für einen neuen Zahlungsplan, schrieb die «Financial Times Deutschland» (Montag) unter Berufung auf Branchenkreise. Per September werde der griechische Staat dem Konzern bereits 450 Millionen Euro schulden. Auf Grund wirtschaftlicher Probleme wegen der fehlenden Zahlungen sei es bei der griechischen Werft Hellenic Shipyards, einer Tochter von ThyssenKrupp, bereits zu Entlassungen gekommen. Die Führungsgesellschaft der Werft, ThyssenKrupp Technologies in Essen wollte sich zu Details nicht äußern. Sprecherin Anja Gerber bestätigte aber: «Die Griechen halten sich nicht an die Verträge.» Das griechische Verteidigungsministerium wollte sich nicht äußern.

Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) hatte während eines Besuches im März in Athen noch die Regierung daran erinnert, dass die deutsch-griechische Kooperation im Bereich Schiffbau für die Marine 1600 Arbeitsplätze sichere. Dem Bericht zufolge hat Athen ThyssenKrupp einen Auftrag über mehr als zwei Milliarden Euro für den Bau von vier U-Booten und die Modernisierung von vier weiteren U-Booten und sechs Fregatten erteilt. Die Griechen weigerten sich jedoch bislang zu zahlen, weil die gelieferte Qualität angeblich nicht den Erwartungen entspreche. Auch bei anderen Rüstungsunternehmen ist die griechische Regierung dem Bericht nach im Zahlungsverzug. Athen stehe unter Druck, die Maastricht-Kriterien hinsichtlich Verschuldung und Haushaltsdefizit einzuhalten.

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