Walfänger weiter manövrierunfähig

Eine Woche nach dem Brand an Bord des japanischen Walfängerschiffs «Nisshin Maru» in der Antarktis ist der Motor am Donnerstag erstmals kurz angesprungen. Das sagte der Sprecher der japanischen Walfangflotte, Glenn Inwood, im neuseeländischen Rundfunk. Dagegen sagte ein Sprecher des neuseeländischen Seerettungszentrums nach einem Gespräch mit der Crew an Bord, das Schiff sei weiterhin nicht manövrierfähig.

Die Regierung Neuseelands drängt die Japaner seit einer Woche, dass Schiff so schnell wie möglich aus der sensiblen Ökozone zu schleppen. Der Sommer geht dort zu Ende, und das Packeis wird dichter. Nach Angaben der Umweltorganisation Greenpeace ist die «Nisshin Maru» aber nicht für Packeis ausgerüstet. Die Neuseeländer fürchten, dass die Tanks des Fabrikschiffes reißen und mehr als 1000 Tonnen Öl, Benzin und Chemikalien auslaufen könnten.

Umweltminister Chris Carter, dessen Regierung strikt gegen den Walfang ist, sagte am Donnerstag, das Schiff könne ausnahmsweise in einem neuseeländischen Hafen geschleppt werden, wenn damit ein Umweltdesaster verhindert werden könnte. Die Japaner wollen dagegen ihre umstrittene Walfangexpedition fortsetzen. Die Saison dauert bis Mitte März. Ohne das Fabrikschiff könnten die getöteten Wale nicht verarbeitet werden. Dann müsste die ganze Flotte abziehen.

In der Region unweit des McMurdo-Stützpunktes auf dem Südkontinent war das Meer in dieser Woche ungewöhnlich ruhig. Das 6000-Tonnen-Fabrikschiff ist zwischen zwei Beibooten vertäut, um es zu stabilisieren. Ein Schleppangebot der Umweltorganisation Greenpeace, die mit einem Schiff in Sichtweite ist, haben die Japaner abgelehnt.

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