Die Messungen werden von 3 m langen Drohnen vorgenommen  (Foto: BSH)

Nur wenige Abgasverstöße auf der Ostsee festgestellt

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) und die Europäische Maritime Sicherheitsagentur (EMSA) haben die Werte einer Messkampagne von Schiffsabgasen per Drohne in der Ostsee veröffentlicht und ein positives Fazit gezogen. Bei 78 Messflügen wurden insgesamt 189 Schiffsabgasfahnen gemessen. In vier davon wurde ein auffälliger Schwefelgehalt ermittelt. Mit fast 98 Prozent haben demnach die meisten Schiffe in dem Fahrtgebiet die vorgeschriebenen Grenzwerte eingehalten.

Das Bundesamt hatte Ende April gemeinsam mit der Europäischen Maritimen Sicherheitsagentur (EMSA) mit den Drohnen-Messungen vor der Ostseeinsel Fehmarn begonnen. Betrieben werden die Drohnenflüge durch die norwegische Firma Nordic Unmanned. Das System für die Emissionsmessungen wird durch das dänische Unternehmen Explicit ApS bereitgestellt, das auch die Ergebnisse auswertet.

Um den exakten Schwefelanteil im Abgas zu messen, fliegen die Drohnen genau durch die Abgasfahne der Schiffe hindurch. Auf diese Weise kann dann ermittelt werden, ob die jeweiligen Abgase im Emissionsüberwachungsgebiet (SECA) Ostsee den festgelegten Anteil von 0,10 Prozent nicht überschreiten. Die Messergebnisse der Drohnen werden dann den Kontrollbehörden in sämtlichen europäischen Häfen über Thetis-EU, ein von der EMSA betriebenes Informationssystem, in Echtzeit zur Verfügung gestellt. Hierdurch können Schiffe in ihren nächsten Anlaufhäfen gezielt für Kontrollen ausgewählt und Proben des Kraftstoffs genommen werden. Bei Verstößen drohen den Verantwortlichen hohe Strafen.

Die SECA-Emissionsauflagen gelten in der Nord-und Ostsee bereits seit dem 1. Januar 2015. Durch den strengeren Grenzwert soll die Belastung der Küstenländer mit Schwefeloxid um fast 79 Prozent gesenkt und die Feinstaubbelastung um fast 24 Prozent reduziert werden.

Bereits zum Projektstart kam es zu einem Zwischenfall: Anfang Mai stürzte eine der rund 3 m großen Drohnen etwa 40 m vom Strand entfernt in die Ostsee. Bei dem Vorfall wurde niemand verletzt, es gab lediglich einen Sachschaden.

Schifffahrt
Artikel von THB Redaktion
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